Education Dogs – Jennifer Mätzler

Verhaltenstherapeutische Hundeschule

Wie ernähre ich meinen Hund artgerecht?

B.A.R.F. Was ist das eigentlich? Die biologisch artegerechte Rohfütterung ist im Grunde nicht mehr und nicht weniger als „den Hund zu füttern“. Dies geschieht jedoch auf artgerechte und gesunde Weise durch die Ernährung mit rohem Fleisch.

Der Verdauungsapparat des Hundes stimmt noch eins zu eins mit der des Wolfes überein.  Der Wolf ist ein Beutegreifer. Das bedeutet, dass der Wolf und letztlich auch der Hund ein Fleischfresser (Canivore) ist. Wölfe ernähren sich vorwiegend von Beutetieren. Bei genauer Betrachtung des Verdauungsapparates des Hundes stellt man fest, dass dieser ebenfalls nur auf Fleisch ausgelegt ist. Dazu aber später mehr.

In der heutigen Zeit hält jedoch leider die Futtermittelindustrie Einzug in die Reviere unserer Hunde. Das bedeutet, dass mit süßen kleinen Bilder auf den Trockenfutter-Verpackungen gelockt wird und die Werbeslogan so ausgelegt sind, dass dem Halter vermittelt wird, dass in dem Trockenfutter alles enthalten ist was der Hund braucht.

Schaut man sich jedoch die Inhaltsstoffe genauer an, stellt man in erster Linie fest, dass in den meisten Trockenfutter nur ca. 20-25% Rohproteine stecken, sprich der Anteil der nach dem Erhitzen des rohen Fleisches noch übrig bleibt.

Blicken wir zurück auf die Einleitung dieses Artikels. Der Hund ist ein Beutegreifer und ernährt sich überwiegend von rohem Fleisch. Wird ein Hund denn artgerecht ernährt, wenn er 20% Rohproteine zu sich nimmt? Nicht nur die Prozentzahl regt zum nachdenken an, hinzu kommt noch das jedes Trockenfutter erhitzt wird, um es konservierbar und haltbar zu machen. Wird Fleisch erhitzt gehen jegliche lebenswichtige Nährstoffe & Vitamine die der Hund braucht verloren. Das Fleisch ist für den Hund quasi wertlos. Schlussfolgerung dessen ist, dass man die Stoffe die durch das erhitzen verloren gegangen sind, künstliche herbei führen muss. Das heißt, die ganzen Mineralstoffe & Vitamine werden künstlich im Labor hergestellt und dem Trockenfutter zugefügt. Man bemerke Chemie wird nie die reinen natürlichen Stoffe ersetzen können.

Des Weiteren finden wir bei den Inhaltsstoffen von gängigem Trockenfutter einen hohen Anteil an Getreide.  Der Verdauungsapparat des Hundes ist jedoch so ausgelegt, dass dieser nur einen minimalen Anteil an Kohlenhydraten verwerten kann. Im Gegensatz zu uns Menschen hat der Hund keine Amylase im Speichel. Amylase ist ein Enzym, dass in der Bauchspeicheldrüse des Hundes gebildet wird und der Aufspaltung von Kohlenhydraten dient. Bei uns Menschen z.B. befindet sich die Amylase bereits im Speichel und die Verdauung eines Menschen beginnt bereite bei der Nahrungsaufnahme im Mund. Führt man dem Hund nun ein sehr hohes Maß an Kohlenhydraten zu kann diese Nahrung nicht vollständig verwertet werden und wird wieder ausgeschieden. Hierbei spricht man von einer schlechte Verdaulichkeit die sich immer in großen Kotmengen bemerkbar macht. Dennoch sollte man nicht gänzlich auf Kohlenhydrate verzichten. Wichtig ist zu beachten, dass man das Gemüse & Obst immer püriert. Durch das pürieren werden die Zellwände aufgeschlossen und der Hund kann die pflanzliche Kost besser verwerten. Der Hund benötigt den geringen Anteil an Kohlenhydraten lediglich zur Darmreinigung und Sanierung.

Um jedoch eine sehr gute Verdaulichkeit & Darmflora zu schaffen, ist es sinnvoll grünen Pansen oder Blättermagen zu verfüttern. Diese enthalten alle vorverdauten pflanzlichen Nahrungskomponenten die der Hund durch das Beutetier zu sich nehmen würde und die sein Organismus benötigt.

Weiterhin ist zu beachten, dass der Wolf beim Erlegen eines Beutetieres unwahrscheinlich viel Blut zu sich nimmt. Dieses benötigt er auch zwingend, denn Blut sorgt dafür das der Organismus nicht übersäuert und der Säure-Basen-Haushalt im Einklang bleibt. Ersatzweise kann man statt Blut das Futter mit Spirulinaalgen anreichern. Blut ist ebenso wichtig zur Herstellung von roten Blutkörperchen.  Trockenfutter enthält jedoch nur zu einem geringen Anteil Vitamin B 12, Folsäure und Eisen. Das führt häufig dazu, dass die meisten Hunde, die mit einem Trockenfutter genährt werden,  an einer Anämie (Blutarmut) leiden.

Um einen Hund artgerecht und mit all dem was er benötigt naturgemäß zu ernähren kommt nur die Rohfütterung in Betracht. Im rohem Fleisch sind alle lebenswichtigen Vitamine, Proteine und Nährstoffe enthalten, die der Hund verwerten kann und benötigt um gesund zu bleiben.

Eine artgerechte Ernährung setzt sich wie folgt zusammen:

– rohes Fleisch (außer Schwein)

– Spirulinaalge

– Öle (Omega 3 Fettsäuren, z. B. Lachsöl, Leinöl, …)

– verschiedene Kräuter

– Eierschalenpulver

– ein kleiner Anteil an Gemüse & Obst

Eine artgerechte Ernährung ist ebenso wichtig für das Hormonsystems unseres Hundes. Durch eine „falsche“ Ernährung können eine Reihe von Krankheiten auftreten, wie z. B. Diabetes, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Nierenkrankheiten, Leberschädigungen, Störungen im endokrines Drüsensystem (Hormonsystem), Störung im zentralen Nervensystem u. v. m. Das kann letztendlich zu Auffälligkeiten beim Hund führen, die für Halter zunächst eher unverständlich und nicht nachvollziehbar erscheinen.

Oft wird der Anteil an dem Hundeverhalten, der ernährungsbedingt mitverursacht wird, nicht erkannt und man probiert durch verschiedene Techniken von Hundetrainern das gezeigte Verhalten zu verändert. Nicht selten kommen aversiven Techniken zum Einsatz, die das gezeigte Verhalten des Hundes situationsbezogen unterdrücken sollen.

Deshalb ist es uns TrainFair Trainern so wichtig Ihren Hund genauer zu betrachten und der Ursache auf den Grund zu gehen, denn ein symptomorientiertes Arbeiten wird keinen Erfolg bringen. Stellen wir bei einem Begutachtungstermin fest, dass bei dem Hund möglicherweise ein gesund- oder ernährungsbedingtes Problem vorliegen könnte, werden wir Sie als Halter darauf hinweisen um gegebenenfalls weitere Schritte, wie der Erstellung eines Blutbildes oder die Anpassung der Ernährung mit Ihnen zu besprechen, da der Erfolg eines Trainings/einer Therapie nur mit einem gesundem Hund erreicht werden kann.

Wenn Sie Fragen zum Thema artgerechte Ernährung haben kontaktieren Sie mich unverbindlich, ich stehe Ihnen gerne beratend zur Seite.

Ihre Jennifer Rogasch

(zert. Hundetrainer und Verhaltenstherapeutin nach TrainFair®)

(www.edu-dogs.de, www.facebook.com/EducationDogs, www.trainfair.de)