Education Dogs – Jennifer Mätzler

Verhaltenstherapeutische Hundeschule

Was gegen aversive Techniken in der Hundeerziehung spricht

vom Hundezentrum two for four, Sascha Jenzewski·

(Definition: Aversion ist eine psychische Reaktion der Abneigung und des Unbehagens gegenüber Reizen, Ereignissen, Vorstellungen oder Personen, die mit Vermeidungs- oder Fluchtverhalten und anderen Formen der Abwehr verbunden ist. Quelle: Dietrich & Rietz 1996, S. 48)

Wenn man sich als Hundehalter für eine moderne Hundeerziehung interessiert und sich ein Buch über Hundeerziehung zulegt, kann es durchaus leicht passieren, dass einem aversive Trainingsmethoden erläutert werden, selbst wenn der Buchtitel oder Klappentext einem etwas anderes versprechen.

Viele Menschen haben zwar erst einmal Hemmungen, entsprechend der allg. Anleitungen die man nicht nur über Bücher sondern auch in Hundeschulen und über div. TV Formate erhält, aversiv auf ihren Hund einzuwirken, aber wenn man so mit einem Hund umgehen „muss“ wird den Anleitungen oft folge geleistet.

„Was funktioniert, stimmt.“, ist oft eine Bestätigung für die negativen Trainingstechniken oder situativen Maßnahmen. Wenn ein Hund z.b. bellt wird klassischerweise erst einmal „AUS“ gerufen und sich Richtung Hund gebeugt. Hört der Hund daraufhin auf zu bellen ist dies die Bestätigung für diese Form des Hundeumgangs. Reicht ein AUS nicht aus, gibt es noch viele weitere Alternativen die dann „signalverstärkend“ eingesetzt werden können.

Die bekanntesten „Verstärker“:

  • div. Wurfobjekte (Schlüsselbund, Kette, Rappeldose, Wurfdisks, etc. …)
  • Wasser (Sprühflasche, Wasserpistole)
  • Erziehungshalsbänder (Würger, Stachelhalsband, Sprühhalsband, Vibrationshalsband, Elektrohalsband)
  • Leine (anwenden eines Leinenrucks, verschiedene dünne Leinen die um den Hund gewickelt werden)
  • Kopfführer

Neben zu nutze machen dieser „Hilfsmittel“ wird man als Hundehalter auch dazu angehalten seinem Hund Schmerzen zuzufügen.

Die bekanntesten körperlich aversiven Handlungen die durch Menschenhand ausgeführt werden sind:

  • Kneifen in Kuppe, Flanke
  • Kurze Schläge mit den Fingerkuppen
  • den Hund anschnipsen
  • am Ohr ziehen, drehen
  • Schlagen mit der Flachen Hand oder der Leine
  • der Schnauzgriff
  • Auf die Seite werfen (oft als Alphawurf bezeichnet)
  • auf die Pfoten treten
  • Pfoten wegziehen
  • den Hund festhalten, auf den Hund werfen/legen
  • den Hund in die Leiste treten (wird von einem International bekannten Trainer im TV vorgemacht)

Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten einen Hund zum abbrechen eines Verhaltens zu bringen, da Menschen leider sehr kreativ darin sind sich etwas auszudenken um ein Meideverhalten zu implizieren.

Woher kommt diese Kreativität? Nun, wer „faul oder bequem“ ist, muss über kreative Lösungen finden um sich „Arbeit“ zu sparen. Denn eins sollte klar sein, es ist nicht erforderlich derart aversiv mit einem Hund umzugehen. Wenn dies nötig wäre, käme ja keine Hundehalter auf dieser Welt drumherum derart negativ mit seinem Hund umzugehen. Es gibt sie aber, die Hunde die ohne Bestrafung, Einschüchterung und Schmerz erzogen worden sind und sich in unserer Gesellschaft unauffällig und sicher bewegen. Selbst „Problemhunde“ können ohne Hilfsmittel, Schmerz & Einschüchterung aus ihrem Fehlverhalten heraus geholt werden.

Insbesondere in einer Verhaltenstherapie bzw. im Umgang mit sog. Problemhunden ist es grob fahrlässig über aversive Techniken mit dem Hund zu arbeiten. In der Begriffsdefinition von Aversion nach Dietrich & Rietz finden man bereits den Hinweis überhaupt der einen darüber aufklärt „warum“ man nicht derart mit einem Hund umgehen sollte.

Es wird ein Vermeidungs-, Fluchtverhalten und anderen Formen der Abwehr ausgelöst, was bei einem Raubtier wie dem Hund naturgemäß ein Aggressionsverhalten mit sich bringt. Ich habe leider bereits in den letzten sieben Jahren meiner Tätigkeit als Hundetrainer viele Hunde kennen lernen müssen, dessen Fehl- & Aggressionsverhalten aufgrund von einschüchternden Methoden sich erst richtig entwickeln konnte.

Eine Verhaltenstherapie, die ursachenbezogen, sowie gewalt- und hilfsmittelfrei durchgeführt wird führt allerdings auch nicht immer zu den gewünschten Erfolg des Hundehalters oder den möglichen Erfolgen die man als Hundetrainer als erreichbar sieht. Der Erfolgsfaktor hängt immer von der Kooperation & Motivation des Hundehalters ab. Denn eins ist das hilfsmittelfreie Hundetraining nicht …. bequem.

Es ist ein hohes Maß an Fleiß, Disziplin und körperlicher Fitness erforderlich, denn hilfsmittelfrei bedeutet in der Regel das sehr körpersprachlich mit dem Hund gearbeitet werden muss. Wie z.B. bei den Trainern des Hundetrainernetzwerks TrainFair (www.trainfair.de).

Die Vorteile in der körpersprachliche Arbeit mit dem Hund sind, dass man dem Hund unmissverständlich zeigen kann, was man von ihm möchte. Man kommuniziert mit dem Hund in seiner Sprache – der Körpersprache und man steigert so das miteinander zwischen sich und seinem Hund.

Wenn Sie mehr über die positive Arbeit mit dem Hund erfahren möchten, besuche Sie meine Webseite oder nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf.

Ihr Sascha Jenzewski und das TrainFair-Team

(www.das-hundezentrum.de, www.facebook.com/dashundezentrum, www.twitter.com/dashundezentrum)

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